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Was nun?

Was ist vorhanden?

Die Menschheit ist so reich wie nie zuvor. Heute wird auf der Erde 17mal mehr produziert als vor 100 Jahren. Es wird soviel produziert, dass alle Menschen auf der Erde problemlos in Frieden und Freiheit leben könnten, gut ernährt und bei bester Gesundheit. Die Forschung schreitet in rasantem Tempo voran.

Und was passiert damit?

Die Ressourcen werden verschleudert für Kriege, für Kosmetik und Luxus einer kleinen rei­chen Oberschicht. Zum Beispiel kostet die Armee die US-AmerikanerInnen über 500 Milliar­den Dollar pro Jahr. Mit diesem Geld könnten weltweit 5mal alle Hungersnöte und medizini­schen Katastrophen verhindert werden. Die Forschung wird missbraucht, um statt Mittel ge­gen lebensbedrohende Krankheiten, Kosmetik zu produzieren. Ein typisches Beispiel dafür: Vor etwa 3–4 Jahren entwickelten ForscherInnen in jahrelanger, mühsamer Arbeit ein Heil­mittel gegen die Schlafkrankheit, welche in vielen tropischen Ländern viele Menschenleben kostet. Es war ein grosser Erfolg, und man konnte davon ausgehen, dass diese Krankheit nun endlich gestoppt werden kann. Als es dann darum ging, dieses Medikament zu produ­zieren, fand man keinen Produzenten. Niemand wollte ein Medikament herstellen, welches für Menschen ist, die kaum die Mittel haben, um dieses für viel Geld zu kaufen. Stattdessen bemerkte ein Pharmaunternehmen eine interessante Nebenwirkung, denn das lebensretten­de Produkt erzeugt Haarwuchs. Heute wird dieses Produkt, welches tagtäglich Menschenle­ben retten könnte, als Haarwuchsmittel verkauft und beschert einem Pharmaunternehmen Millionen von Franken, währenddessen Menschen an einer nun eigentlich heilbaren Krank­heit sterben.

Die Produktion wird in Länder auf der ganzen Welt verlagert. Hier verlieren Menschen ihre Lebensgrundlage, und dort müssen Kinder arbeiten. Die Löhne werden gedrückt, Menschen in sklavenähnlichen Zuständen gehalten. Tiere werden zu Versuchszwecken für neue Kos­metikprodukte missbraucht, als gäbe es nicht genug unterschiedliche Shampoos.

Andere verdienen sich dumm und dämlich mit Spekulationen, ohne dass dabei irgend etwas anderes als heisse Luft produziert wird. Diese heisse Luft bildet Blasen, die platzen und die reale Produktion zerstören. Und wer zahlt den Preis? Wiederum wir, die alle nichts oder nur Krümel vom Reichtum haben.

Wer ist Schuld?

Warum ist es so, wie es ist? Ist es der Fehler von ein paar Einzelnen? Ist es die Profitgier ei­niger Manager? Ist es der böse Raubtierkapitalismus? Es ist typisch, immer sofort einen Sündenbock oder mehrere Schuldige zu suchen. Es wäre doch so schön, wenn man einfach ein paar Manager ersetzten könnte, und schon wäre alles gut.

Die Probleme liegen anderswo, das Problem hat System. Solange Gewinn und Ertrag als Ziel stehen, solange die Wirtschaft ein paar Wenigen gehört, solange Einkommensunter­schiede existieren und solange Geld gleich Macht ist, solange ändert sich nichts. Schuld ha­ben nicht ein paar Menschen, das System ist schuld.

Gibt es den guten Kapitalismus?

Kapitalismus bedeutet, dass die Produktionsmittel (Maschinen, Fabriken, Büros,…) nach Ka­pital (=Geld) verteilt sind. Wer viel Kapital hat, kontrolliert auch die Produktion, was dazu führt, dass er das produziert, was ihm wieder viel Kapital bringt. Dies führt zu einer Spirale, welche dem immer mehr Geld bringt, der es schon hat. Gleichzeitig sind alle anderen (also die grosse Mehrheit der Menschheit, auch in der Schweiz) ausgeschlossen von diesem Kreis. Wer hat, dem wird gegeben…

Nun ist das nicht alles. Als NichtbesitzendeR von Produktionsmitteln ist man davon abhän­gig, was die Besitzenden entscheiden. Wenn der Fabrikbesitzer entscheidet, seine Produkti­on umzustellen und nun etwas anderes zu produzieren, weil dies mehr Gewinn bringt und er darum die Fabrik schliesst, bist du deinen Job los. Das ist der schlimmste Punkt des Kapita­lismus. Das heisst nämlich:

1.Eine kleine Minderheit entscheidet was produziert wird.

2.Eine kleine Minderheit entscheidet wo produziert wird.

3.Eine kleine Minderheit entscheidet wieviel produziert wird.

4.Eine kleine Minderheit entscheidet wieviel dafür verlangt wird (Preis).

5.Eine kleine Minderheit entscheidet über die Entschädigung für die Arbeit (Lohn).

Das ist noch nicht alles. Da die Besitzenden (Kapitalisten) ja auch die sind, welche am meis­ten Geld haben, können sie die Politik eines Landes bestimmen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise:

1.Sie kaufen sich die Politiker mit so genannten Wahlspenden.Sie werden selbst Politiker und lassen sich wählen. Sie haben mehr Erfolg als an­dere, weil sie mehr Geld und Einfluss haben.Sie drohen mit Verlagerung von Arbeitsplätzen oder wechseln der Wohnge­meinde, was für die Gemeinde heisst: weniger Steuern.Kontrollieren die Medien. Dies geht:

a.durch Besitz: Ihnen gehören ja die Büros, Infrastruktur und Druckmaschinen.

b.Inserate („Wenn ihr etwas anderes schreibt als wir wollen, gibt es keine Inse­rate mehr!“)Sie machen riesige Propaganda für Abstimmungen.

Die Form des Kapitalismus, die in den letzten Jahren kritisiert und als „Raubtierkapitalis­mus“ bezeichnet wurde, zeichnet sich aus durch das Offensichtliche. Plötzlich wurde nichts mehr getarnt wie während des Kalten Krieges. Offen wurde gedroht und gehan­delt. ArbeiterInnen ohne „wenn und aber“ entlassen, die Löhne gekürzt und viel Geld kas­siert. Grundsätzlich un­terscheidet sich dieser Kapitalismus aber nicht im Geringsten von jedem anderen Kapitalis­mus. Der eine war perfider, der andere ist umso mächtiger, je weniger er verschleiern muss.

Was dann?

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

Es gibt aber Hoffnung. Immer wieder beweisen Völker, dass sie nicht bereit sind, bei die­sem Spiel mitzuspielen. Zum Beispiel in Venezuela, Bolivien, Kuba oder Ecuador. Ande­re ver­suchten und scheiterten, versuchen es aber wieder, wie in Nicaragua. Widerstand ist also möglich, und die Alternativen sind nicht utopisch.

Warum Kommunismus?

Vor 90 Jahren gründeten junge Revolutionäre die Zeitung „Forderung“, die sich im glei­chen Jahr zur Partei der „Altkommunisten“ umwandelte. Diese jungen Gleichgesinnten kamen alle etwa aus dem gleichen Milieu, alle gingen weg von der Landwirtschaft, um in der Stadt Arbeit zu suchen. Die „Altkommunisten“ schrieben ein Manifest, u.a. mit folgenden Forderungen: Sozialisierung der gesamten Produktion, Sozialisierung der Banken und Sozialisierung des Handels (commerce). Was sie zusammen brachte, war nicht nur der Hass auf die Reichen. Nein, was sie zusammen brachte, war vor allem die Idee des „kollektiven“ oder eben „comu­nis“ – die Idee eines gemeinsamen Projektes gegen die totale Individualisierung des Men­schen.

Es geht also darum, dem Kapitalismus ein Projekt entgegenzustellen, welches die Men­schen wieder zusammenbringt und allen die gleichen Chancen gibt. In der neuen Welt gibt es keine Ausbeutung von Menschen durch Menschen. Entscheidend wird sein, dass es allen gut geht. Jeder hat gleich viel Wert und niemand wird seinem Schicksal überlas­sen. Jeder hat genug zum Leben.

Es gibt eine Wahl!

Bist du für eine total individualisierte Gesellschaft, in welcher es darum geht, dich aus­beuten zu lassen? Oder willst du eine Gesellschaft, in der es darauf ankommt, für alle das Beste zu erreichen?

Es ist alles vorhanden, also lasst es uns nutzen, gemeinsam!

Ob SchülerIn, LernendeR, ArbeiterIn oder StudentIn, kämpfe mit uns! Sei Revolutionärin und Revolutionär, wie es Che Guevara war. Kämpfe für deine Rechte und für eine neue Welt!

2 Comments »

  • marx (author) said:

    Ein passenden Bericht aus dem Magazin: http://dasmagazin.ch/index.php/die-heimliche-macht-des-geldes/

  • Freiheit said:

    Der Weg zur Freiheit, ist die Abschaffung der Währung! Genossen, produzieren für den Kapitalismus ist Völkermord, unterlasst die Arbeit, denn wir wollen nicht nur Gerechtigkeit, sondern alles!!!
    Es lebe Marx Lenin Mao Tse Thung

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