Kommunistische Jugend Schweiz

Programm von Form’action

Einschreibung

Form’action ist die grössten Veranstaltung, die von der KJS organisiert wird. Drei Tage lang treffen wir uns zu Kursen, Konferenzen, aber auch zum Diskutieren und Spielen… Leider ist es noch nicht so weit, dass wir uns für das Wochenende ‚real‘ treffen könne. Dennoch haben ein tolles Wochenendprogramm zusammengestellt.

Gesundheit statt Profit

Samstag

Kapitalismus macht krank und schlägt daraus Profit – Warum unser Gesundheitssystem nicht auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet ist.

Bereits vor dem Ausbruch der Krankheit COVID-19 zeigte sich in der Schweiz ein Pflegenotstand durch Personalmangel, höhere Erkrankungs- und Sterberate bei Patient*innen und prekäre Arbeitsbedingungen. Die Auswirkungen von langjährigen Kürzungen und Privatisierungsbestrebungen treten nun in der Krise überdeutlich hervor. Dabei wird die Last an vorderster Front auf das Pflegepersonal abgewälzt: Das Ausserkraftsetzen von Vorschriften zu den Arbeits- und Ruhezeiten, fehlende Schutzmaterialien und der Zwang zur Weiterarbeit trotz eines positiven Tests sind nur einige Beispiele und ein verzweifeltes Indiz für den schon lange bemängelten Personal- und Ressourcenmangel. Warum hat sich in kapitalistischen Nationen überhaupt eine flächendeckende medizinische Versorgung entwickelt? Gesundheitssysteme sind keine Gabe des Staates an die Bevölkerung, sondern erfüllen eine überlebenswichtige Funktion für die Wirtschaft: Sie sorgen dafür, dass Kranke so schnell wie möglich wieder fit für die Arbeit werden. Nicht die Vermeidung von Leiden oder die Heilung sind das Ziel, sondern die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Arbeitskraft.

Im Rahmen der diesjährigen Form‘action möchten wir auf die Geschichte des schweizerischen Gesundheitssystems eingehen. Wir legen euch darin dar, wie unser Gesundheitswesen finanziert wird und welche starke Rolle zum Beispiel die Pharmalobby oder die Krankenkassen im Parlament spielen oder was überhaupt “Gesundheit ist keine Ware” bedeutet.

Mit diesem Wissen können wir uns ein Verständnis für die neoliberalen Entwicklungen seit den 70’ern und die konkreten Auswirkungen auf die arbeitende Bevölkerung aneignen. Weiterhin ermöglichen wir euch einen Einblick in die aktuellen Kämpfe in der Schweiz und in Nachbarländern und diskutieren auf welche Art wir unseren Widerstand formieren müssen.

Deniz Killi, Fachperson Gesundheit, Vizepräsidentin Pflegedurchbruch, Vorstandsmitglied PdA Basel

Ware, Kredit, Krise- wie sich der Kapitalismus gegen die Wand fährt

Sonntag

oder „Der Kapitalismus war als Kind schon Scheisse“ – Wie unsere Wirtschaft funktioniert und warum nicht nur die Banken schuld sind.

Die politische Ökonomie ist die Lehre von Wirtschaftsformen und ein Grundpfeiler des Marxismus. Denn als Gegner*innen des kapitalistischen Wirtschaftssystems müssen wir uns natürlich damit auskennen, um zu argumentieren, warum es ein unsinniges System ist. Dabei reicht das Problem mit dem Kapitalismus weiter als nur gierige Millionäre, spekulierende Bankster und umweltzerstörende  Grosskonzerne. Es ist der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Während kleinbürgerliche Kritiker im Wesentlichen einfach den Kapitalismus der Banken und Konzerne bekämpfen, also ein Gesicht der Wirtschaftsform, können sie Grundlegendes wie Profit, Finanzkapital und Krisenanfälligkeit des Kapitalismus nicht ausreichend erklären. Mit einer klassenbasierten, materialistischen Analyse erkennt man hingegen schnell: Es gibt keinen Kapitalismus ohne Krise, Krieg und Umweltzerstörung.

In meinem Workshop möchte ich euch Grundlagen als auch aktuelle Entwicklungen näher bringen, damit wir ein solides Werkzeug gegen die (neo)liberale Verblödung haben und den Ausbeutern dieser Welt das Handwerk legen können. Ziel ist es, ein möglichst dynamisches Verständnis der herrschenden Wirtschaftsform zu erhalten, welches uns ermöglicht, selbstständig Situationen zu analysieren und das Wesen des Kapitalismus in all seinen Facetten zu erkennen. Umgekehrt soll uns auch eine Vorstellung davon gegeben werden, was in dieser Welt alles zu erreichen wäre, hätten wir denn eine sozialistische Produktionsweise.

Dabei sollen im Mindesten folgende Fragen beantwortet werden:
Was unterscheidet einen Gegenstand von einer Ware?
Wie vermehren Kapitalisten ihr Vermögen?
Warum sinkt die Profitrate tendenziell?
Warum braucht es für Nachhaltigkeit eine geplante Wirtschaft?
Wie konnten Banken so mächtig werden und warum hat es in den 2000er Jahren so gekracht?

Sonja Beier, Gewerkschaftssekretärin und Internationale Sekretärin der Kommunistischen Jugend Österreichs

 

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