Kommunistische Jugend Schweiz

Rassistisch und konterrevolutionär

In Venezuela gehen rechte Protestierende auf dunkelhäutige Menschen los, weil sie sie für AnhängerInnen der Regierung halten. Die Proteste sind allgemein zunehmend gewalttätig geworden. Die Regierung ist an einer politischen Lösung interessiert.

In den grossen internationalen Medien wird nicht darüber berichtet. Im Gegensatz dazu kann aus den sozialen Medien und einigen venezolanischen Nachrichtenquellen entnommen werden, dass Vorfälle von brutalen, gewalttätigen Angriffen und sogar Lynchmorden an RegierungsunterstützerInnen in Venezuela zunehmen. Teilweise fanden sie tagsüber auf offener Strasse in der Hauptstadt Caracas statt. Bei mindestens einem dokumentierten Vorfall war die angegriffene Person kein Anhänger von Chávez oder der venezolanischen Regierung. Er wurde aber vom Mob dafür gehalten – aufgrund seiner Hautfarbe. Die rechten Oppositionellen sind im Vergleich häufiger weiss und stammen häufiger aus reicheren Quartieren. Der betroffene Mann hat afrikanische Wurzeln und kommt aus einem Barrio (Armenviertel) von Caracas.

Brutale Videos
Im Netz zirkuliert ein Video, in dem ein Mob aus Protestierenden sich um einen afrikanischstämmigen Mann schart und ihn brutal zusammenschlägt. Dann schüttet einer der Rechtsextremen Benzin oder ein anderes Brandmittel auf das Opfer und zündet es an. Als Letztes versucht der brennende Mann, wegzurennen. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Plaza Altamira, in einem Stadtkreis im Zentrum von Caracas’ bessergestelltem Westen – ein Hauptquartier für die zunehmend gewalttätigen, rechten Protesten, die Guarimbas genannt werden. Über den angegriffenen Mann aus dem Video, das in den sozialen Medien zirkuliert, wird berichtet, dass er den Angriff mit Verbrennungen dritten Grades auf 80 Prozent seines Körpers überlebt hat und medizinisch versorgt wird.
Von einem anderen Vorfall in Mérida gibt es Fotos von einem Mann, der von seinem Motorrad gezerrt, nackt ausgezogen und von einem Mob der Protestierenden gelyncht wird. Die Fotos erhalten auf den sozialen Medien zustimmende Kommentare von rechen Oppositionellen. Die Legende unter den Bildern behaupten, er wäre ein ausserdienstlicher Polizist gewesen wäre, der auf Protestierende geschossen haben soll. Die Behauptungen bleiben unbestätigt.

US-Intervention provozieren
Diese Welle von rechten Protesten, die gewalttätig die Regierung destabilisieren sollen, begannen Ende März, als das Oberste Gericht zeitweise die Kompetenzen des rechts dominierten Parlaments übernahm. Drei Parlamentarier-Innen, deren Vereidigung vom Gericht wegen Korruption für ungültig erklärt wurde, hatten sich geweigert, ihre Posten aufzugeben. Statt den Rücktritt dieser ParlamentarierInnen zu fordern, bezichtigte die Rechte die Regierung eines Putsches und rief zu Protesten auf, die mittlerweile eine grosse Anzahl öffentlichen Eigentums (Verkehrsmittel, Kulturzentren, Kliniken) zerstört haben.
Die venezolanische Regierung möchte eine verfassungsgebende Versammlung einberufen, um den Konflikt politisch zu lösen. Die rechte politische Führung hat zum Boykott des Prozesses aufgerufen, gleichzeitig weigert sie sich, öffentlich die Gewalt zu verurteilen. Sie scheint sie sogar in einigen Fällen anzufeuern, zusammen mit der Organisation Amerikanischer Staaten und ihrem Generalsekretär Luis Almagro, um eine US-Intervention zu provozieren.
Es ist wichtig, dass progressive Menschen international diese rechte Gewalt gegen die bolvarische Bewegung verurteilen. Die internationalen Medien, die den Konflikt als Konflikt zwischen einer friedlichen Protestbewegung und einem Diktator darstellen, lügen ganz einfach und decken konterrevolutionäre Barabarei.

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