Kommunistische Jugend Schweiz

Kapitalismus heisst Krieg

In Basel traf sich die Schweizerische Friedensbewegung (SFB), um ihr 70. Jubiläum zu begehen. Auf dem Podium wurde über die Herausforderungen der Friedensbewegung in diesen kriegerischen Zeiten gesprochen. Vorgestellt wurde auch das neue Buch der SFB. Der vorwärts war für euch mit dabei.

Die USA zündeln noch weiter am Pulverfass zu dem sie den persischen Golf gemacht haben. Gleichzeitig beteiligen sie und andere Nato-Verbündete an den desaströsen Blockaden, mit denen die Saudis den Jemen aushungern. Und in der Ukraine orchestriert die EU einen ganz eigenen Stellvertreterkonflikt gegen Russland: Global stehen die Zeichen auf Krieg und Aufrüstung. In diesen kriegerischen Zeiten traf sich die Schweizerische Friedensbewegung in Basel, um ihr 70. Jubiläum vor vollem Saal zu begehen.
Angereist waren die Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz und zum Teil auch aus dem Ausland. «Es war eine tolle Bereicherung, Genossen aus anderen europäischen Ländern dabei zu haben und natürlich die Unterstützung der schweizerischen Friedensfreunden zu sehen», erklärt Seyhan Karakuyu, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Friedensbewegung und Präsidentin der Kommunistischen Jugend Schweiz im Gespräch gegenüber dem vorwärts. Über die Angereisten freut sich Karakuyu. Solidarität sei die eine Sache – und auch sehr wichtig – man wolle aber auch Erfahrungen austauschen. Denn auch wenn überall unterschiedliche Bedingungen den Kampf für den Frieden prägen, heissen die Schrecken, die in den Krieg führen überall gleich: Kapitalismus und Imperialismus.

Ein internationaler Kampf
Dass viele Leute von der anderen Seite der Grenze angereist sind, hat auch damit zu tun, dass das Regionaltreffen des Weltfriedensrats – der Dachverband bei dem die SFB Mitglied ist – erstmals in Basel stattfand. Der internationalistische Einschlag ist bei der Jubiläumsveranstaltung insbesondere auf dem Podium zu sehen. Neben Karakuyu nahmen Hermann Kopp von der deutschen Marx-Engels-Stiftung, Dr. Patrice Salzenstein von der französischen Friedensbewegung, Magdalena Küng von der GSoA und Felipe Ferrera von der portugiesischen Friedensbewegung teil. Die Moderation übernahm der Journalist Andreas Zumach. Bei der lebhaften Diskussion – es musste überzogen werden, damit alle Diskussionsfreudigen zu Wort kommen konnten – ging es um die Klimakrise, nukleare Abschreckung (besonders die Frage nuklearer Aufrüstung in der Bundesrepublik Deutschland gab zu diskutieren), das Verhältnis EU-Nato und als Hauptthema um die Kriegsgefahr im Iran. Laut Karakuyu sei diese akut, ein möglicher Ausbruch eines weiteren Krieges am persischen Golf eine drohende Katastrophe. Die KJ-Präsidentin sieht aber auch optimistisch in die Zukunft: «Der Kapitalismus kann der Krise nicht ausweichen. Und mit ihr entstehen überall Widerstandspunkte. Es erheben sich überall auf der Welt soziale Bewegungen.» Diese Bewegungen seien auch für die Friedensbewegung eine Hoffnung.

Aufbrechende Widersprüche
Ein Beispiel: Die Klimabewegung, die in Karakuyus Beitrag eine Hauptrolle spielt. Hier sei es wichtig die Kämpfe für den Frieden und jene gegen den ökologischen Kollaps zu verbinden. Es genüge nicht die Fragen und Konflikte, die die Friedens- und die Umweltbewegungen umtreibt isoliert zu betrachten. Man müsse festhalten: «Die Friedensbewegung ist grün, war immer grün.»
Für die Kommunistin Karakuyu ist aber auch selbstverständlich, dass der Kampf für den Frieden nicht von der Klassenfrage abgekoppelt werden kann. «Die Friedensbewegung besteht seit 1944. Sie hat eine realistische Perspektive und so eine Dynamik, die mit dem Klassenkampf verbunden werden kann.» Dieser Kampf für die Befreiung der Arbeiter*innenklasse sei der einzige, der die Erreichung von Gleichheit, Freiheit und damit auch Frieden ermögliche. Auf das Podium folgte die Vorstellung von Plakaten aus der Geschichte der Friedensbewegung, sowie ein Grusswort des Exekutivsekretärs des Weltfriedensrates Iraklis Zafkaridis.
Der Ende des Abends wurde mit einer Vernissage – es wurde das neue Buch der Schweizer Friedensbewegung «Frieden Gerechtigkeit, Menschenwürde» vorgestellt, das zum siebzigjährigen Bestehen der Organisation aufgelegt wurde, einem Apero und musikalischem Programm begangen.

Kämpfe verbinden
Auffallend war die hohe Dichte von PdA-Mitgliedern an der Veranstaltung. Neben altgedienten Parteikadern waren auch Mitglieder der Parteijugend vor Ort. In den Pausen diskutierten die Teilnehmenden angeregt und deckten sich beim Stand der SFB-Zeitung Unsere Welt mit Lesematerial ein. Am Stand des vorwärts, der vor Ort Ausgaben der Zeitung verteilte, war etwas weniger los. Wohl auch weil viele Veranstaltungsteilnehmenden nach eigenem Bekunden bereits zu unseren Abonent*innen gehören. Für Karakuyu ist das nicht überraschend: «Kommunistische Parteien waren schon bei der Gründung des Weltfriedensrates prägend und auch heute sind noch viele Genossen in der Friedensbewegung organisiert.»
Auch hier spielt für die KJ-Präsidentin die Verbindung von Kämpfen eine zentrale Rolle: «Der Frieden ist unter dem Kapitalismus nicht möglich. Während die Friedensbewegungen seit Jahrzenten in gemischten Fronten für Frieden kämpfen, haben die imperialistischen Verteilungskriege verschiedene Dimensionen erreicht.» Es sei klar: «Kapitalismus heisst Krieg, Sozialismus heisst Frieden.»

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